Warum sich als Erwachsener "fremdschämen" bei geliebten Serien aus der Kindheit?

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SteSe
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Warum sich als Erwachsener "fremdschämen" bei geliebten Serien aus der Kindheit?

Beitrag von SteSe »

Hallo Leute,
gehört zwar eher zu Small Talk, aber ich habe es trotzdem in den Film & Serien Thread geschrieben, da es sich nicht um andere Medien handeln soll.

Ich bin auch in anderen Foren aktiv und da lese ich immer wieder Sätze wie: "Boah, die Serie kann ich mir nicht mehr antun. Habe neulich als Erwachsener mal wieder XYZ gesehen und finde das nur noch zum fremdschämen. Weiß nicht, was mich als Kind da geritten hat so einen XXXXXXXX zu schauen!"

Ich muss jetzt von mir sprechen: Ich bin ein Kind der 80er und habe damals vor der Glotzkiste (speziell in den Ferien) viele Serien geschaut. An Filme kam man mangels Videorecorder nicht ran und war da aufs Free-TV angewiesen (wo gute Filme meist eh nur abends kamen und ich da schon ins Bett wollte). Daher hatte ich meinen Fokus auf TV-Serien des Mittag- und Abendprogramms.

Und wenn ich heutzutage TV-Serien der 60er, 70er, 80er schaue muss ich sagen: Ich schaue diese Serien nachwievor mit der selben Freude an wie damals als Kind und Jugendlicher. Ich kenne das gar nicht, dass mir eine TV-Serie NICHT mehr gefällt und ich mich "fremdschämen" müsste, oder mir das "peinlich" wäre zu sehen. Wenn ich eine Serie von damals aus heutiger Sicht "billig" finde, so hat sie mir damals nicht gefallen, oder habe ich sie erst als Erwachsener erblickt.

Oftmals fallen Serientitel wie MAC GYVER, KNIGHT RIDER, AIRWOLF, A-TEAM, DER 6-MILLIONEN-DOLLAR MANN, EIN COLT FÜR ALLE FÄLLE, diverse Zeichentrickserien, uvm. die häufig kritisiert werden, dass die Effekte schlecht sind, dass das Schauspiel furchtbar wäre, dass das alles trivial wäre, oder bei Trickfilmen schlecht animiert war, usw. Ich muss daher unterstellen, dass man dann als Kind die Serien sicherlich nicht inbrünstig geliebt hat, sondern schon damals nur konsumierte, weil man halt gerade vor dem Fernseher hockte und das sah. Zwar mit einer kleinen Faszination dabei, aber zu 70% vermutlich nur konsumiert hatte.
Ich kann das gar nicht nachvollziehen, eine heißgeliebte Serie nicht mehr so wie damals zu mögen und nach 5 Minuten abzuschalten, weil es nicht mehr erträglich, gar nervig ist.

Daher bin ich so dankbar, dass ich mich bei 60er/70er/80er Jahre Serien genau so begeistern kann, wie damals als Kind und Teenager. Und ich freue mich auch über jede Serie, die auf Blu-Ray oder DVD in einer Komplettbox erscheint. Meine nächsten Käufe sind definitiv die Boxen zu KNIGHT RIDER und DIE STRASSEN VON SAN FRANCISCO. Daher kann ich keine Serie nennen, die mir nicht mehr so gefällt wie früher.

Aber euch geht es sicherlich anders, oder? Ihr habt bestimmt Serien aus der Kindheit parat, die ihr als Erwachsener nicht mehr ansehen könnt, oder?
Welche sind das? Und warum? Was hat euch als Kind damals an der entsprechenden Serie gefallen? Und was heutzutage nicht mehr? Würde mich mal interessieren, da ich diese Art von "Gefühl" nicht kenne. :hallo:
Step Han Ri
Beiträge: 51
Registriert: Fr 5. Mär 2021, 10:35

Re: Warum sich als Erwachsener "fremdschämen" bei geliebten Serien aus der Kindheit?

Beitrag von Step Han Ri »

Das ist in meinen Augen der typische Effekt, den man hat, wenn man an solche Serien denkt, die man früher gern gesehen hat, aber heut nicht mehr gucken könnte.
Eine Stilfigur bei TV Tropes hat einen passenden Namen dazu: "Seinfeld isn't funny". Zu seiner Zeit war Seinfeld richtig gut, so gut sogar, dass andere Serien das kopiert und weiterentwickelt haben, mit dem Ergebnis, dass Neulinge, die es heute gucken, schwer reinkommen.

Also wenn ich so drüber nachdenke, fallen mir da nur ALF, Dragonball Z und Eine schrecklich nette Familie ein.
ALF war ich ein Riesenfan, aber wenn ich die Folgen heute sehe, werde ich damit irgendwie nicht mehr warm. Dass die Folgen auch ad nauseam über Jahrzehnte im Fernsehen wiederholt wurden, hilft da auch nicht.
Dragonball Z wurde vor gut zehn Jahren durch die Abrigded Serie von TeamFourstar ersetzt.
Eine schrecklich nette Familie kann ich mir auch nur noch bedingt ansehen.

Damit will ich nun keinesfalls sagen, dass diese Serien schlecht sind. Weit gefehlt, die habe ich sehr gerne gesehen, nur könnte ich heute nicht mehr so dafür brennen wie ich es damals getan habe.
Markus G
Beiträge: 258
Registriert: Mi 4. Jul 2018, 22:43

Re: Warum sich als Erwachsener "fremdschämen" bei geliebten Serien aus der Kindheit?

Beitrag von Markus G »

Also dieser Begriff des „fremdschämens“ ist mir irgendwie gar nicht so geläufig. Grundsätzlich habe ich eine Vielzahl an alten Serien, die ich im Grunde lieber sehe als vieles Neues anzutesten.

Meine Highlights wie Fünf Freunde, Magnum, Miami Vice, Alf, oder das wunderbare Es war einmal der Mensch etc. gehen auch heute noch wunderbar. Da ist nichts worüber ich mich schämen müsste. Ich würde aber gewisse Serien wie Biene Maja, Wicky, Pinocchio, Perrine, Heidi usw. heute nicht mehr ansehen. Wenn dann nur ab und an eine Folge, aber nicht mehr am Stück. Dafür bin ich dann zu alt. Reizt mich jetzt einfach nicht mehr.

Ich kann mir auch manche Pierre Richard, Jerry Lewis, Louis de Funes, Stan Laurel & Oliver Hardy etc. Filme auch heute noch wunderbar ansehen und mich köstlich amüsieren und manche von den gleichen Schauspielern gehen nicht mehr. Ist der Lauf der Dinge.

Grundsätzlich glaube ich dass es damals grandiose und zeitlose Filme gab, die mir immer gefallen werden und es auch heute großartige und zeitlose Filme und Serien gibt, die mir auch immer gefallen werden. Egal ob ich sie als Kind, als Jugendlicher, als junger Erwachsener oder jetzt im gehobenen Alter sehe.
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